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Seitenstiche

Seitenstiche treten bei länger anhaltender körperlicher Anstrengung auf, als Schmerz in der Gegend der Milz auf der linken Körperseite, der Leber auf der rechten Körperseite oder der Magengegend.


Als Ursache werden angenommen:
1. Eine zu schnelle Entleerung der Blutreserven aus Leber, Milz und Magen, während einer körperlichen Belastung, besonders nach dem Essen.
2. Eine durch die körperliche Belastung verursachte Mehrdurchblutung der Milz, die zur einer Anschwellung des Organs führt und damit die Schmerzrezeptoren den Druck ans Gehirn melden.
3. Der Schmerz hat seine Ursache im Zwerchfell, das für die Atmung wichtigste Organ. Durch eine intensive Belastung wird das Zwerchfell überlastet und durch einen Sauerstoffmangel kommt es zu den krampfartigen Schmerzen im Oberbauch. Das Problem hierbei ist, dass das Zwerchfell nur beim Ausatmen mit Sauerstoff versorgt werden kann. Sind die Ausatmungsphasen nun zu kurz wegen einer falschen Atemtechnik, treten die Seitenstiche auf.

PauseDie Häufigkeit der Seitenstiche kann durch ein Ausdauertraining reduziert oder beseitigt werden, weil z.B. das Zwerchfell besser trainiert wird und kein Sauerstoffmangel in diesem Organ auftritt. Bei Seitenstechen wird die jeweilige Anstrengung reduziert oder ganz eingestellt und erst nach Abklingen des Schmerzes mit dieser fortgefahren.
Mit Hilfe eines tiefen Ausatmens kann man zusätzlich das Zwerchfell dehnen und den Krampf lösen, was auch durch ein Massieren oder drücken mit einer Hand auf die schmerzhafte Stelle beschleunigt wird.
Auch das Essverhalten vor einer körperlichen Belastung muss stimmen, z.B. muss auf schwere Kost oder große Mengen an Essen kurz vor der Belastung verzichtet werden. Die richtige Ernährung vor körperlicher Anstrengung wird beispielsweise in unserem ersten Buch „Taktiktraining im Jugendfußball“ (Seiten 148 – 150) genauestens beschrieben.


Seitenstechen tritt vermehrt bei Kindern und Jugendlichen auf, seltener bei Erwachsenen, hier mehr bei Untrainierten.
Eine weitere Ursache der Seitenstiche könnte ein nicht langsam und unzureichendes Aufwärmprogramm sein. Wird das Training oder der Wettkampf ohne ein Aufwärmen begonnen, empfindet man die Belastungen in den ersten Minuten als sehr hart und in der Anfangsphase der Belastung tritt oft eine Atemnot ein, die Bewegungen verkrampfen sich, das Zwerchfell bekommt nicht genügend Sauerstoff und der Seitenstich ist da.
Dieser Effekt ist bei Kindern weniger ausgeprägt als bei Erwachsenen. Das ist ein Grund (neben dem zunehmenden Verletzungsrisiko) warum mit zunehmenden Alter sich die Aufwärmphase verlängern sollte.
Ein guter Trainingszustand und ausreichendes Aufwärmen vermeiden allerdings das Auftreten dieser Beschwerden.
Ein sinnvolles Aufwärmen aktiver, allgemeiner und spezieller Art schafft für das spätere Trainingsprogramm oder den Wettkampf bessere Ausgangsbedingungen hinsichtlich Koordination, Flexibilität, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer und verringert die Gefahr von Seitenstichen.
Es werden somit die neuromuskuläre, die organische und die geistige Leistungsbereitschaft gleichermaßen gefördert (wörtl. Übernahme aus Hollmann, 1990).

Auch eine falsche Atmung kann bei längerer körperlicher Belastung zum Seitenstechen führen, hierbei ist die Atmung meistens zu schnell und flach.
Ein regelmäßiges und gleichmäßiges Ausdauertraining kann hier Abhilfe  schaffen, da ein häufig auftretendes Seitenstechen die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit eines Fußballers doch deutlich reduziert.

Seitenstiche sind in der Regel ungefährlich, sollte allerdings trotz aller Maßnahmen bei einem Spieler die Seitenstiche nach einiger Zeit nicht verschwinden oder sich die Häufigkeit reduzieren, ist Vorsicht geboten.
Hier kann jetzt eine Herzdurchblutungsstörung vorliegen oder Beschwerden an den Verdauungsorganen.
Vorsichtshalber sollte der Trainer dem Spieler einen Arztbesuch anraten und die Eltern informieren (die Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Erkrankung bleibt aber gering.)


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